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Fokus des Monats: März

Bandha, was ist das eigentlich?

Wir bewegen uns hier auf dem weiten Feld der energetischen Anatomie. Das mag vielleicht abstrakt klingen, ist aber für uns als Lehrer*innen und auch für Dich als Schüler*in sehr unmittelbar erfahrbar, wenn du Yoga übst. Wir greifen mit den ersten bewussten Atemzügen zu Beginn einer Klasse in unseren Energiehaushalt ein. Das merkst du, wenn dich eine bewusste Einatmung aufrechter sitzen lässt und die Ausatmung deine Schultern weicher werden lässt. Es ist dieses Gefühl „ah, jetzt fängt meine Yogapraxis an“, was sich auf dieser Ebene zuerst erfahren lässt. Dein Energiekörper heißt im Yoga Pranamaya Kosha.

Bandhas sind dabei so etwas wie Weichen, die es uns erlauben, unsere Energie zu lenken und zu steuern. Sie sind Verschlüsse, mit denen wir verhindern wollen, dass Energie in unsere Extremitäten abfließt und wir sie stattdessen im Rumpf konzentrieren können. Vor allem möchten wir durch den Einsatz von Bandhas in unserer Yogapraxis die Energie entlang der Wirbelsäule (unserem zentralen Energiekanal) gegen die Schwerkraft nach oben lenken, in Richtung unserer höheren Energiezentren (Chakras).

Die Yogaanatomie kennt unzählige Bandhas, wir konzentrieren uns meistens auf die drei wichtigsten.

Mula Bandha, (Mula = Wurzel) der Wurzelverschluss sitzt an der Basis unserer Wirbelsäule und ist in der westlichen Anatomie unser Beckenboden. Durch die Aktivierung von Mulabandha lenken wir nicht nur die abfliessende Energie (apana vayu) nach oben, sondern richten auch unser Becken auf und helfen der LWS in ihre natürliche Lordose. Die subtile Muskelkraft stützt und schützt den unteren Rücken so während unserer Yogapraxis.

Uddhiyana Bandha ist der Zwerchfellverschluss. Er wird vollständig nur nach der Ausatmung gesetzt, als subtile Unterstützung unserer Praxis aber mit jeder Ausatmung, wenn wir den Bauchnabel nach innen und oben ziehen und die Taille lang und schmal schnüren. Dieses Bandha hilft uns bei allen Asanas, bei denen die Energie nach oben gehen soll, also zum Beispiel Armbalancen, Umkehrpositionen und Sprüngen. Die Silbe „Ud“ bedeutet soviel wie „nach oben steigend“.

Jalandhara Bandha ist der Kehlverschluss. Um ihn zu aktivieren, drücken wir das Kinn zur Brust und lassen dabei das Brustbein angehoben. Jalandhara Bandha wird oft in Pranayama Techniken eingesetzt. Jala heißt sowohl Wasser als auch Netz. Dieses Netz soll die Energie auffangen und verhindern, dass sie weiter aufsteigt. So kumulieren wir Energie im Rumpf und vor allem im Kehlbereich. In der Asanapraxis wird dieses Bandha vor allem im Schulterstand oder Pflug eingesetzt.

Setzen wir alle Bandhas gleichzeitig, so heißt das Maha Bhanda, das große Bandha. Das wird vor allem beim Pranayama geübt.

Bandha heißt nicht nur „Verschluss“ sondern auch „Bindung“. Wenn du im Yoga mit einem bestimmten Fokus übst, also deine Gedanken in eine Richtung lenkst und „anbindest“, dann setzt du ein Bandha, was deine Übungspraxis stärker und wirkungsvoller werden lässt. Auch im Alltag kannst du jederzeit ein Bandha setzen und dich für einen oder mehrere Augenblicke fokussieren. So gehst du bewusster durch deinen Tag und wirst nicht so leicht von deinem Ziel abgelenkt. Probier doch mal aus, jeden Morgen einen Fokus für den Tag zu setzen und dich während des Tages immer wieder daran zu erinnern.

Viel Spaß beim Üben mit unserem Monatsfokus!

Namaste,
Natascha

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